
Finanzierung für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler
Ob Halle, Maschinenpark oder Betriebsübernahme: Betriebliche Vorhaben lassen sich selten in ein Standardprodukt pressen. Wir bauen die Struktur um Ihr Vorhaben herum – und sprechen dafür mit den Instituten, die Ihre Branche verstehen.
Vier Vorhaben, vier Wege
Der erste Schritt ist fast immer die Einordnung: Welche Finanzierungsform passt überhaupt zu dem, was Sie vorhaben? Eine Betriebsimmobilie – Halle, Praxis, Büro oder Werkstatt – wird üblicherweise langfristig und über eine Grundschuld besichert finanziert, weil Nutzungsdauer und Laufzeit zusammenpassen. Bei Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge oder IT stehen Kauf, Leasing und Mietkauf nebeneinander; hier zählt vor allem, wie stark Sie Ihre Liquidität binden möchten und wie lange das Wirtschaftsgut tatsächlich im Einsatz bleibt.
Bei einer Betriebsübernahme oder Nachfolge wird es anspruchsvoller: Kaufpreis, oft ein Verkäuferdarlehen, Sicherheiten und Förderbausteine müssen ineinandergreifen, und die Bank will nachvollziehen können, dass der Betrieb die Last auch nach dem Wechsel trägt. Und beim Betriebsmittelbedarf – Warenlager, Vorfinanzierung von Aufträgen, saisonale Schwankungen – geht es weniger um Sicherheiten als um eine Linie, die zu Ihrem Zahlungsrhythmus passt.
Was die Bank sehen will, bevor sie entscheidet
Anders als bei einer privaten Finanzierung steht hier nicht Ihr Gehaltsnachweis im Mittelpunkt, sondern die Frage, ob der Betrieb den Kapitaldienst dauerhaft leisten kann. Konkret bedeutet das: die letzten Jahresabschlüsse beziehungsweise Einnahmenüberschussrechnungen, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen samt Summen- und Saldenliste, eine Aufstellung bestehender Verbindlichkeiten sowie – je nach Vorhaben – eine Planrechnung. Bei Gewerbeimmobilien kommen Objektunterlagen wie Grundbuchauszug, Lageplan und Mietverträge hinzu.
Wir sagen Ihnen vorab, was tatsächlich gebraucht wird, und bereiten die Unterlagen so auf, dass die Bank sie ohne Rückfragen lesen kann. Das ist kein Formalismus: Eine sauber aufbereitete Anfrage wird schneller entschieden und häufig auch besser bewertet. Den Austausch wickeln Sie über unseren kostenfreien digitalen Kundenbereich ab, statt Unterlagen per Mail zu verschicken.
Förderbanken: wie der Mechanismus funktioniert
Öffentliche Förderung läuft im gewerblichen Bereich fast immer über das Hausbankprinzip. Sie beantragen also nicht direkt bei der Förderbank, sondern Ihre Bank reicht den Antrag weiter und haftet in der Regel anteilig mit. Relevant sind für unsere Region vor allem die KfW, die ISB Rheinland-Pfalz und die L-Bank Baden-Württemberg. Typischerweise geht es dabei um zinsvergünstigte Darlehen, lange Laufzeiten und tilgungsfreie Anlaufjahre, in denen die Investition erst einmal anlaufen kann.
Zwei Punkte, die häufig Geld kosten: Erstens gilt bei vielen Programmen das Verbot des vorzeitigen Vorhabenbeginns – wer den Kaufvertrag unterschreibt oder die Maschine bestellt, bevor der Antrag gestellt ist, verliert den Anspruch. Sprechen Sie also mit uns, bevor Sie zusagen. Zweitens ist Förderung kein Selbstläufer: Welche Programme in Frage kommen, prüfen wir tagesaktuell – die Bedingungen ändern sich regelmäßig. Einen Überblick über die Landschaft gibt unser Beitrag Fördermittel im Überblick, weitere Themen finden Sie im Ratgeber.
Wenn die Sicherheiten nicht reichen
Gerade bei Gründungen, Übernahmen und schnellem Wachstum stimmt das Vorhaben, aber die verwertbaren Sicherheiten fehlen. Für diesen Fall gibt es die Bürgschaftsbanken der Länder: Sie übernehmen gegenüber der finanzierenden Bank einen Teil des Ausfallrisikos und machen ein Vorhaben damit überhaupt erst bankfähig. Das ersetzt keine tragfähige Kalkulation, aber es schließt eine Lücke, an der sonst manches gute Konzept scheitert. Eine weitere Möglichkeit: Wenn Sie privat über eine weitgehend entschuldete Immobilie verfügen, kann eine Kapitalbeschaffung über freie Sicherheiten das fehlende Eigenkapital beisteuern – ob das sinnvoll ist, prüfen wir mit Ihnen nüchtern, denn es verlagert Risiko ins Private.
So läuft die Zusammenarbeit
Wir beginnen mit Ihrem Vorhaben und Ihren Zahlen, nicht mit einem Produkt. Danach stellen wir die Varianten gegenüber – klassisches Bankdarlehen, Leasing, Mietkauf, Förderdarlehen, gegebenenfalls in Kombination – und legen die Anfrage bankübergreifend mehreren Instituten vor. Zu unserem Netzwerk gehören Genossenschaftsbanken, Sparkassen, überregionale Privat- und Direktbanken sowie Spezialanbieter für Leasing und Mietkauf; einen Eindruck vermittelt die Übersicht unserer Bankpartner. Wir vergleichen die eingehenden Angebote und erklären Ihnen, worin sie sich unterscheiden – nicht nur im Zins, sondern in Laufzeit, Sicherheitenbestellung und Flexibilität.
Unsere Beraterinnen und Berater arbeiten von Landau in der Südpfalz, aus Nordrhein-Westfalen zwischen Dortmund und Münster sowie vom Kaiserstuhl im Breisgau. Sie haben eine feste Ansprechperson, im Hintergrund aber ein Team mit kurzen Wegen. Wenn zu Ihrem Vorhaben Bausubstanz, Energiekonzept oder ein Notartermin gehört, greifen wir auf unser Netzwerk aus Architektinnen und Architekten, Energieberatern, Bauträgern und Notariaten zurück. Steht neben dem Betrieblichen auch ein privates Vorhaben an, gibt Ihnen der Budgetrechner auf der Startseite eine erste Orientierung.
Wer bei uns dafür zuständig ist
Gewerbliche Finanzierungen liegen bei uns ausschließlich bei Gregor Sendermann, Dominik Rapp und Norman Deris. Sie begleiten Selbstständige, Freiberufler und Betriebe bei Investitionen, Übernahmen und Gewerbeimmobilien und kennen die Anforderungen der Banken an betriebliche Zahlen.
Häufige Fragen
Ich gründe gerade – ist das für Sie zu früh?
Im Gegenteil, je früher desto besser. Bei Gründungen entscheidet oft das Zusammenspiel aus Förderdarlehen und einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank darüber, ob eine Bank mitgeht. Wichtig ist nur, dass Sie mit uns sprechen, bevor Sie Verträge unterschreiben oder bestellen.
Soll ich die Maschine kaufen, leasen oder per Mietkauf anschaffen?
Beim Mietkauf zahlen Sie in Raten und werden am Ende Eigentümer; beim Leasing nutzen Sie das Gut gegen Rate, ohne es zu erwerben. Beides schont Liquidität gegenüber dem Direktkauf. Welche Variante rechnerisch vorn liegt, hängt von Nutzungsdauer, Liquiditätslage und der bilanziellen sowie steuerlichen Behandlung ab – Letzteres stimmen wir mit Ihrer Steuerberatung ab, die dafür zuständig ist.
Kann ich meine Betriebsimmobilie über Sie finanzieren?
Ja – Neubau, Kauf, Erweiterung oder Umbau ebenso wie eine vermietete Gewerbeeinheit. In der Regel als langfristige, über eine Grundschuld besicherte Finanzierung, bei der wir Objektwert, Nutzung und Ihre betrieblichen Zahlen zusammenbringen.
Meine Bank hat bereits abgelehnt – hat es noch Sinn?
Häufig ja. Institute gewichten Branchen, Sicherheiten und Kennzahlen sehr unterschiedlich, und manchmal scheitert eine Anfrage schlicht an der Aufbereitung. Wir sehen uns an, woran es gelegen hat, und legen das Vorhaben bei passenden Häusern neu vor. Wenn es nicht darstellbar ist, sagen wir Ihnen das ebenso deutlich.
Welche Unterlagen muss ich zum ersten Termin mitbringen?
Für ein erstes Gespräch genügt eine grobe Beschreibung des Vorhabens und der Investitionssumme. Für die Bankanfrage brauchen wir dann die letzten Jahresabschlüsse oder Einnahmenüberschussrechnungen, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung und eine Übersicht der bestehenden Verbindlichkeiten. Was in Ihrem Fall wirklich nötig ist, sagen wir Ihnen vorher.
Was kostet mich das?
Unsere Beratung ist für Sie in der Regel kostenfrei; vergütet werden wir über die finanzierende Bank. Bei besonders aufwendigen gewerblichen Strukturierungen sprechen wir eine abweichende Regelung vorher offen mit Ihnen ab – überraschende Kosten gibt es bei uns nicht.
Sprechen wir über Ihr Vorhaben
Schildern Sie uns kurz, was ansteht – wir sagen Ihnen, welche Wege realistisch sind.
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