
Modernisierung und energetische Sanierung finanzieren
Ein Haus meldet sich irgendwann von selbst: Die Heizung wird laut, die Fenster halten den Winter nicht mehr, das Bad stammt sichtbar aus einem anderen Jahrzehnt. Damit aus so einem Vorhaben kein finanzielles Stückwerk wird, planen wir Kosten, Förderung und Darlehen von Beginn an zusammen.
Von der Einzelmaßnahme bis zur Kernsanierung
Manche Vorhaben sind überschaubar: neue Fenster, ein Bad, eine Haustür, eine Wallbox in der Garage. Andere greifen tief in die Substanz – Dach und Fassade dämmen, eine Wärmepumpe einbauen, Leitungen und Elektrik erneuern, ein Dachgeschoss ausbauen oder ein geerbtes Haus vor dem Einzug komplett herrichten. Dazwischen liegt alles, was das Leben verlangt: der barrierearme Umbau, wenn Treppen zum Problem werden, oder die Photovoltaik-Anlage samt Speicher, weil der Strompreis ein Thema ist. Für alle diese Fälle gibt es einen passenden Finanzierungsweg – er sieht nur jedes Mal etwas anders aus.
Welcher Kredit zu welcher Summe passt
Bei kleineren Beträgen ist ein Modernisierungskredit ohne Grundbucheintrag meist der pragmatische Weg: Er ist schnell zugesagt, verursacht keine Notarkosten und genügt für eine einzelne Maßnahme. Sobald es um größere Summen geht, ist ein grundpfandrechtlich besichertes Darlehen fast immer deutlich zinsgünstiger – die Sicherheit im Grundbuch bezahlt sich über die Laufzeit gerechnet aus. Eine dritte Möglichkeit ist die Aufstockung Ihres bestehenden Immobiliendarlehens, besonders naheliegend, wenn ohnehin bald die Zinsbindung endet; wie das zusammenspielt, beschreiben wir auf der Seite zur Anschlussfinanzierung. Und wer ein Vorhaben erst in einigen Jahren plant, kann über eine Bausparlösung ansparen und sich die Konditionen für später sichern – wir arbeiten dafür mit mehreren Bausparkassen zusammen. Welcher Weg für Sie günstiger ist, hängt von Betrag, Laufzeit und Ihrer Gesamtsituation ab; wir stellen die Varianten nebeneinander.
Förderung: Die Reihenfolge entscheidet
Energetische Maßnahmen werden in Deutschland öffentlich unterstützt – über die KfW, über das BAFA sowie über Landesprogramme wie die der ISB in Rheinland-Pfalz und der L-Bank in Baden-Württemberg. Mal handelt es sich um Zuschüsse, mal um zinsverbilligte Darlehen, mal um eine Kombination aus beidem. Kreditvarianten laufen dabei nicht direkt über das Förderinstitut, sondern über die Bank, die Ihre Finanzierung stellt. Welche Programme für Ihr Vorhaben in Frage kommen und wie hoch die Förderung ausfällt, prüfen wir tagesaktuell – die Bedingungen ändern sich regelmäßig. Einen Überblick über die Landschaft gibt unser Ratgeber zu Fördermitteln, und speziell für Sanierungen der Beitrag Energetische Sanierung finanzieren.
Bitte nicht vorher unterschreiben
Der häufigste Fehler bei geförderten Sanierungen ist der zu früh erteilte Auftrag. Fast alle Programme setzen voraus, dass der Antrag gestellt ist, bevor Sie sich vertraglich binden – wer den Handwerksbetrieb vorher beauftragt, verliert die Förderung in der Regel vollständig, auch wenn die Maßnahme fachlich noch so sinnvoll ist. Viele Programme verlangen zudem die Einbindung einer Energie-Effizienz-Expertin oder eines Energieberaters. Sprechen Sie deshalb bitte mit uns, bevor Angebote unterschrieben werden; die Kosten sind rückwirkend nicht mehr zu retten.
Was die Sanierung kosten wird
Bei Modernisierungen liegt das eigentliche Risiko selten im Zinssatz, sondern in der Kostenschätzung. Angebote von Handwerksbetrieben sind heute unterschiedlich schnell zu bekommen, Preise bewegen sich, und in älteren Häusern kommt beim Aufmachen regelmäßig etwas zutage, das vorher niemand sehen konnte. Wir kalkulieren deshalb mit einem Puffer und richten die Finanzierung so ein, dass nicht jede Überraschung sofort eine Nachfinanzierung auslöst. Hilfreich ist ein individueller Sanierungsfahrplan durch eine Energieberatung: Er ordnet die Maßnahmen in eine sinnvolle Reihenfolge, zeigt, was aufeinander aufbaut, und ist für die Förderung ohnehin oft nützlich. Wenn Sie noch niemanden dafür haben, stellen wir aus unserem Netzwerk von Architektinnen und Architekten, Energieberatern, Bauträgern und Notariaten den Kontakt her.
Wie wir Sie durch das Vorhaben begleiten
Wir beginnen mit dem, was tatsächlich gemacht werden soll, und mit der Frage, was davon dringend ist und was warten kann. Daraus entsteht eine Kostenschätzung, die wir gegen Ihr Budget stellen. Parallel klären wir die Förderfähigkeit und den nötigen Zeitplan, denn Antrag, Bewilligung, Handwerkstermine und Auszahlung müssen ineinandergreifen. Anschließend fragen wir bankübergreifend an und legen Ihnen die Angebote vor. Bei größeren Sanierungen wird das Darlehen nach Baufortschritt abgerufen – wir achten darauf, dass die bereitstellungszinsfreie Zeit zu einem realistischen Bauablauf passt. Unterlagen wie Grundbuchauszug, Teilungserklärung oder Lageplan besorgen wir auf Wunsch; der Austausch läuft über unseren kostenfreien digitalen Kundenbereich. Zuständig bleibt dabei dieselbe Person aus unserem Team, von der ersten Schätzung bis zur Schlussrechnung.
Wenn Kauf und Sanierung zusammenfallen
Häuser aus den sechziger und siebziger Jahren stehen heute oft genau deshalb zum Verkauf, weil eine Sanierung ansteht. Kaufpreis und Umbaukosten gehören dann in eine einzige Rechnung – und in aller Regel auch in eine einzige Finanzierung, was günstiger ist als ein nachgeschobener Kredit. Wichtig ist, dass die Sanierungskosten belastbar geschätzt sind, bevor der Notartermin steht, weil die Bank den Gesamtbetrag bewerten muss. Wie wir Kaufvorhaben aufsetzen, lesen Sie auf der Seite zur Immobilienfinanzierung; einen ersten Rahmen für Kauf plus Umbau liefert der Budgetrechner auf unserer Startseite.
Mit wem wir dafür zusammenarbeiten
Modernisierungsvorhaben werden längst nicht von jedem Institut gleich gern finanziert, und die Anforderungen an Nachweise unterscheiden sich erheblich. Wir fragen deshalb bei Genossenschaftsbanken, Sparkassen, überregionalen Privat- und Direktbanken, Bausparkassen und Versicherern als Darlehensgeber an und binden die Förderinstitute ein, wo es passt – eine Übersicht finden Sie bei den Bankpartnern. Die Rafino Finanz GmbH ist mit Erlaubnis nach § 34c und § 34i GewO tätig; unsere Beratung ist für Sie in der Regel kostenfrei, weil uns die finanzierende Bank vergütet.
Wer bei uns dafür zuständig ist
Modernisierung und energetische Sanierung gehören zum Privatkundengeschäft – dafür sind bei uns alle Beraterinnen und Berater gleichermaßen zuständig. Wo es um Fördermittel geht, holen wir das Wissen aus dem Team dazu – ganz gleich, wer Ihr Gespräch führt.
Häufige Fragen
Muss ich für die Förderung eine Energieberatung einschalten?
Bei vielen Programmen für energetische Maßnahmen ja – dort ist eine zertifizierte Energie-Effizienz-Expertin oder ein entsprechender Experte vorgeschrieben, der die Maßnahme fachlich begleitet und bestätigt. Wir sagen Ihnen, ob das in Ihrem Fall nötig ist, und vermitteln bei Bedarf jemanden aus unserem Netzwerk.
Kann ich modernisieren, ohne einen Grundbucheintrag zu bekommen?
Bei kleineren Summen ist das üblich: Ein Modernisierungskredit kommt ohne Eintragung aus, was Zeit und Notarkosten spart. Ab einer gewissen Höhe ist ein grundpfandrechtlich besichertes Darlehen jedoch so viel zinsgünstiger, dass sich der Eintrag rechnet. Wir zeigen Ihnen beide Varianten mit ihren Gesamtkosten.
Ich habe schon einen Handwerkertermin – ist es für eine Förderung zu spät?
Entscheidend ist, ob Sie bereits vertraglich gebunden sind. Ein reservierter Termin oder ein unverbindliches Angebot ist meist unkritisch, ein unterschriebener Auftrag dagegen in der Regel schon. Melden Sie sich in so einem Fall bitte umgehend bei uns, bevor etwas unterschrieben wird – dann prüfen wir, was noch möglich ist.
Ich kaufe ein sanierungsbedürftiges Haus – kann ich beides zusammen finanzieren?
Ja, und meistens ist das der bessere Weg. Kaufpreis und Sanierungskosten werden in einer Finanzierung zusammengefasst, oft ergänzt um Fördermittel für die energetischen Teile. Voraussetzung ist eine nachvollziehbare Kostenaufstellung für den Umbau, die möglichst vor dem Notartermin vorliegen sollte.
Rechnet sich eine energetische Sanierung überhaupt?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten, weil es vom Zustand des Hauses, den Energiepreisen und der jeweiligen Förderung abhängt. Wir stellen Ihnen die monatliche Belastung aus dem Darlehen der erwarteten Ersparnis und dem Werterhalt Ihrer Immobilie gegenüber, damit Sie eine Grundlage für die Entscheidung haben – und sagen Ihnen auch, wenn sich eine Maßnahme unserer Einschätzung nach nicht trägt.
Ich vermiete eine Wohnung im eigenen Zweifamilienhaus – gilt das auch für die vermietete Einheit?
Auch vermieteter Wohnraum lässt sich modernisieren und in vielen Fällen fördern; die Bedingungen und die steuerliche Behandlung unterscheiden sich allerdings von der selbst genutzten Immobilie. Wir sehen uns die Aufteilung Ihres Objekts an und stimmen die Finanzierung darauf ab.
Sprechen Sie mit uns, bevor die Handwerker kommen
Wir klären Kosten, Förderfähigkeit und Finanzierung in der richtigen Reihenfolge – kostenfrei und ohne Verpflichtung.
Kontakt aufnehmen Termin online buchen