Wie viel Haus kann ich mir leisten?
Bevor Sie mit der Immobiliensuche starten, lohnt sich eine ehrliche Zahl: Wie viel Kaufpreis ist für Sie realistisch? Wer sein Budget kennt, sucht gezielter, bietet sicherer und vermeidet Enttäuschungen. So ermitteln Sie Ihren Rahmen Schritt für Schritt.
Vom Kehrwert her denken: erst die Rate, dann der Kaufpreis
Die entscheidende Frage ist nicht „Wie teuer darf das Haus sein?", sondern „Welche monatliche Rate kann ich dauerhaft gut tragen?". Aus dieser Rate ergibt sich die mögliche Darlehenssumme – und zusammen mit Ihrem Eigenkapital der Kaufpreis, den Sie sich leisten können.
Ihre tragbare Rate ermitteln Sie über eine einfache Haushaltsrechnung: Nettoeinkommen aller Kreditnehmer minus aller regelmäßigen Ausgaben (Lebenshaltung, Versicherungen, Auto, laufende Kredite, Rücklagen). Was übrig bleibt, ist Ihr Spielraum – wobei Sie zusätzlich einen Puffer für Instandhaltung und Unvorhergesehenes einplanen sollten.
Von der Rate zur Darlehenssumme
Die Rate besteht aus Zins und Tilgung. Bei einem Annuitätendarlehen bleibt sie über die Zinsbindung konstant. Als grobe Orientierung gilt: Je höher der Zins und je höher die anfängliche Tilgung, desto kleiner die mögliche Darlehenssumme bei gleicher Rate.
Beispiel (rein illustrativ): Sie können monatlich rund 1.800 € aufbringen. Bei einem Sollzins von 3,5 % und einer anfänglichen Tilgung von 2 % ergibt das eine Darlehenssumme von etwa 390.000 €. Zusammen mit Ihrem Eigenkapital – aus dem Sie zunächst die Kaufnebenkosten decken – ergibt sich daraus Ihr möglicher Kaufpreis.
Die Zahlen dienen nur der Veranschaulichung; das aktuelle Zinsniveau und Ihre persönliche Situation verändern das Ergebnis deutlich.
Eigenkapital und Kaufnebenkosten nicht vergessen
Zum Kaufpreis kommen die Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch sowie – falls beauftragt – die Maklerprovision. Je nach Bundesland sind das grob 10–15 % des Kaufpreises. Diese Kosten sollten möglichst aus Eigenkapital getragen werden; alles darüber hinaus senkt Ihre Darlehenssumme und verbessert oft den Zins.
Was die Bank außerdem prüft
Neben Einkommen und Eigenkapital fließen Ihre Bonität (u. a. SCHUFA), die Sicherheit des Einkommens und der Wert bzw. Zustand der Immobilie in die Entscheidung ein. Auch die Lage und die Beleihung (Verhältnis von Darlehen zu Immobilienwert) spielen eine Rolle.
So vergrößern Sie Ihren Spielraum
- Eine niedrigere anfängliche Tilgung senkt die Rate – verlängert aber die Laufzeit. Hier gilt es, die richtige Balance zu finden.
- Fördermittel wie KfW-Darlehen oder regionale Programme (ISB Rheinland-Pfalz, L-Bank Baden-Württemberg) können die Belastung spürbar senken.
- Eigenleistung („Muskelhypothek") kann bei Neubau oder Sanierung Eigenkapital ersetzen.
- Der Vergleich mehrerer Banken bringt oft bessere Konditionen als das erstbeste Angebot.
Genau diesen Vergleich übernehmen wir für Sie. In einem unverbindlichen Gespräch ermitteln wir Ihre tragbare Rate und Ihren realistischen Kaufpreis – damit Sie mit einer belastbaren Zahl in die Suche gehen. Mehr dazu auf unserer Seite zur Immobilienfinanzierung.
Häufige Fragen
Welche monatliche Rate ist gesund?
Als grobe Orientierung sollte die Rate für Wohnen (inkl. Nebenkosten) etwa 35–40 % Ihres verfügbaren Netto-Haushaltseinkommens nicht dauerhaft überschreiten. Entscheidend ist aber Ihre persönliche Situation – wir schauen sie uns gemeinsam an.
Wie viel Eigenkapital sollte ich einbringen?
Als Faustregel sollten mindestens die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital gedeckt sein. Je mehr Eigenkapital, desto besser der Zins – Finanzierungen mit wenig Eigenkapital sind unter Voraussetzungen aber möglich.
Zählen Kindergeld, Boni oder Nebeneinkünfte mit?
Teilweise. Banken bewerten regelmäßige und nachweisbare Einkünfte unterschiedlich. Was in Ihrem Fall angerechnet wird, klären wir vorab – so vermeiden Sie Überraschungen.
Wie verlässlich sind Online-Budgetrechner?
Sie geben eine erste Orientierung, berücksichtigen aber weder Ihre komplette Haushaltsrechnung noch die individuellen Bankkriterien. Eine belastbare Zahl bekommen Sie erst in der persönlichen Berechnung.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Angaben zu Zinsen, Förderungen und Beispielrechnungen sind beispielhaft und können sich ändern.
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